Wo Clean Climben?

Klettern ohne Bohrhaken vor der Haustüre

Um wilde, ursprüngliche Felslandschaften ohne menschliche Spuren zu erleben, muss man nicht ans Ende der Welt nach Patagonien oder Grönland. Selber Absichern, sich einen eigenen Weg suchen, keine Spuren hinterlassen: Das kann man auch in der Schweiz und in den angrenzenden Ländern!

Arête de la Vauchotte

Jura

Es ist erstaunlich, wie viele Kletterrouten im Jura sich zum Clean Climbing eignen. Viele der Routen sind zwar auch mit Bohrhaken ausgerüstet, doch kombiniert mit kurzer Anreise und den bequemen Zustiegen ist der Jura ideal für den Einstieg ins selber Absichern. Aber auch alte Clean Climbing Hasen kommen auf ihre Rechnung: Wenn die geliebten Alpentouren unter meterweise Schnee liegen, kann man im Jura auch mitten im Winter komplett cleane Mehrseillängentouren an warmen Südwänden klettern oder die Form in cleanen 6c/7a’s testen.

Weitere Infos: Jura keepwild! climbs

Tessin

Der unangefochtene Hotspot für total cleane Touren im mittleren Schwierigkeitsbereich. Auf den Gipfeln weit über Ponte Brolla ist das Potential für Klettern ohne Bohrhaken in bestem Fels fast unbegrenzt. Doch Achtung, Suchtgefahr! Wen die wilde Tessiner Bergwelt einmal in ihren Bann gezogen hat, kommt nie mehr davon los.

Weitere Infos: Ticino keepwild! climbs

Cima di Broglio

Gotthard & Grimsel

Um genussvoll Routen selber abzusichern, braucht es gut strukturierten, festen Fels. Der bombenfeste Granit im Gotthardgebiet und am Grimsel eignet sich abseits der kompakten Plattenfluchten ideal dazu. Aufgrund der guten Erreichbarkeit wurde hier aber auch schon viel verbohrt, und so muss man wirklich cleane Routen etwas suchen. Von den grossen Routen am Salbit im Göscheneralptal hält sich nur noch der Westgrat in unverbohrtem Zustand. Ein Geheimtipp ist der Gruebenkessel im Grimselgebiet – hier sind die cleanen Linien immer noch deutlich in der Überzahl.

Weitere Infos: Gruebenkessel

Hiendertellihorn SE-Wandrippe im Gruebenkessel

Bergell & Val di Mello

Kaum ein Kletterer, der beim Anblick der eindrücklichen Granitriesen im Bergell und dem angrenzenden Val di Mello nicht vor Ehrfurcht erstarrt. Die meisten Klassiker wie der Nordgrat oder die berühmte Via Cassin am Badile wurden vorbildlich saniert und es sind (fast) nur die Stände gebohrt. Bohrhaken gibt es  auch im Bergell und Val di Mello, aber oft nur mit luftigen Abständen und meist nur dort, wo man mit Keil und Camalot nicht weiterkommt.

Weitere Infos: Best of keepwild! climbs

 

Im Pakistan der Schweiz: Gemelli, Cengalo, Badile
Stockhorn WSW Grat

Bietschhorn – Aletsch

Im Windschatten vom Eiger & Co. werden die Gipfel der südlichen Berner Alpen etwas von Kletternden vernachlässigt. Zu Unrecht – aber zum Glück für Anhänger wilder Touren! Einige der wildesten und einsamsten Touren der Schweiz in befinden sich Bietsch- und Baltschiedertal, an den Fusshörnern oder im Fieschertal.

Weitere Infos: Best of keepwild! climbs

Walliser Alpen

Die Felsqualität in den Walliser Alpen – von Bruchhaufen bis ausgezeichnet – ist kleinräumig sehr unterschiedlich. Bei Arolla oder Rund um den P. d’Andolla hat es einige tolle keepwild! Touren in bestem Fels. Wer die Idee des Clean Climbing bis auf einen 4000er tragen will, dem sei die Südwand des Obergabelhorns empfohlen – der Blick auf die Nordwand des Matterhorns gleich gegenüber ist unvergesslich.

Weitere Infos: Best of keepwild! climbs

Mittelrück Ostwand im Abendlicht