Der Begriffssalat - was ist was?

Alle reden vom gleichen, doch jeder nennt es anders: Auf Spurensuche im Begriffswirrwarr:

Clean Climb|ing [kliːn ˈklʌɪmɪŋ] das; häufigster Begriff, welcher das Klettern mit ausschliesslich mobilen Sicherungsmitteln umschreibt. Dabei werden alle Sicherungsmittel wie Klemmkeile, Klemmgeräte (Camalots, Friends), Schlingen und z.T. Schlaghaken vom vorsteigenden Kletterer angebracht und vom nachsteigenden Kletterer wieder entfernt, so dass der Fels nach der Begehung möglichst keine Spuren aufweist und somit „clean“ ist. Er wird u.a. als elitär kritisiert, weil der Begriff impliziert, dass alle anderen Kletterstile „unsauber“ sind.

Klet|tern oh|ne Bohr|ha|ken [ˈklɛtɐn ˈoːnə ˈboːrˈhaːkŋ̍] das; etwas umständliches Synonym zu Clean Climbing, welches den Kletterstil durch ein Ausschlusskriterium („ohne Verwendung von Bohrhaken“) umschreibt.

sel|ber Ab|si|chern [zɛlpɐ ˈapzɪçɐn] das; geläufigstes deutsche Synonym zu Clean Climbing. Fokussiert auf den Umstand, dass die Kletterroute selber in eigener Verantwortung mit mobilen Sicherungsmitteln abgesichert werden muss.

Trad (Tra|di|tio|nal) Climb|ing [trəˈd (trəˈdɪʃ(ə)n(ə)l) ˈklʌɪmɪŋ] das; Synonym zu Clean Climbing welches v.a. in Grossbritannien verwendet wird. Der bis heute in Grossbritannien vorherrschende „traditionelle“ Kletterstil ohne Bohrhaken grenzt sich vom sports climbing (Sportklettern) ab, welches fix am Fels angebrachte Sicherungen (Bohrhaken) für die Absicherung zulässt.

Plai|sir|klet|tern [plezˈiʀˈklɛtɐn ] das; ein vom Schweizer Bergführer und Autor J. v. Känel (1951-2005) in den 1990er Jahren geprägter Begriff, welcher das Sportklettern in unteren bis mittleren Schwierigkeitsgraden in gut bis sehr gut mit Bohrhaken eingerichteten Routen umschreibt. Der Plaisirbegriff löste einen Boom in der Sanierung von Routen mit (vielen) Bohrhaken aus und führte indirekt auch dazu, dass Sportklettern zum Breitensport avancierte.

keep|wild! climbs [kiːpwʌɪld klʌɪmz] die; ein von Mountain Wilderness im Jahr 2003 geprägter Begriff, welcher im Zuge des Plaisirkletterbooms in der Schweiz als politische Gegenforderung platziert wurde, nicht alle Routen nach Plaisirstandard mit Bohrhaken nachzurüsten um ein nebeneinander von Plaisir- und nicht-eingerichteten Keepwild! – Routen zum selber Absichern zu ermöglichen.