Schlingen

Die perfekte Sanduhr: Vertikaler Steg, genug dick, ohne Ankerstich eingefädelt.
Sanduhr mit gefädelter Reepschnur.
Eine RICHTIG grosse Sanduhr!

Schlingen: Sanduhren

Wahrscheinlich das Lieblingssicherungsmittel aller Clean Climber. Bei Sanduhren handelt es sich um hervorstehende natürliche Felsformen, die aussehen – nun – eben wie Sanduhren. Diese Gebilde sind in Sandstein und Kalk erstaunlich häufig anzutreffen. Im kristallinen Gestein sind sie etwas seltener und sind da meistens auf Graten zu finden, wo tonnenschwere Blöcke übereinander liegen und so sanduhrförmige Strukturen bilden.

Wie anwenden?

Schlinge drum und fertig ist die Sicherung! Dazu muss aber natürlich die Sanduhr genügend dick (mindestens Handgelenkdick) und stabil genug sein (nicht gebrochener, rissfreier und durchgewachsener Fels). Die Schlinge sollte möglichst nicht an der dünnsten Stelle, sondern auf einer möglichst breiten Basis aufliegen. Darum auf keinen Fall wie bei Bäumen die Sanduhr mit einem Ankerstich abwürgen. Dies führt dazu, dass sich die Schlinge an der engsten (und somit schwächsten) Stelle zusammenzieht. Also besser die Schlinge möglichst tief an der breitesten Stelle auflegen. Das geht natürlich nur bei vertikalen Sanduhren optimal. Horizontale Sanduhren sind eher heikel. Sind die Löcher zu klein, kann man es auch mit einfach gefädelten Reepschnüren versuchen.

Bandschlinge mit Ankerstich

Schlingen: Bäume

Unterhalb der Waldgrenze stehen uns die Bäume als unentbehrliche Freund und Helfer zur Verfügung, wenn wieder einmal der Keil im seichten Riss nicht halten will. Nutze Sie! Alles was lebt, gesund und breiter als dein Unterarm ist taugt als Zwischensicherung, alles was breiter als dein Oberschenkel ist, auch als Stand.

Wie anwenden?

Schlinge drum und fertig ist die Sicherung! Dabei sollte man die Schlinge möglichst nahe bei der Wurzel anbringen, um mögliche Querbelastungen des Baumes zu verhindern. Das gleiche gilt bei dicken Ästen. Am besten verwendet man einen Ankerstich, um das verrutschen der Schlinge zu verhindern.

Schlingen: Zacken

Unentbehrlich, insbesondere auf Grattouren im Granit, sind herausragende Felszacken, um die schnell eine Schlinge gelegt werden kann. Doch Achtung, durch den Seilzug können Zackenschlingen leicht abgezogen werden! Um je mehr Kanten und Einbuchtungen man die Schlinge legt, desto besser.

Wie anwenden?

Um zu verhindern, dass die Schlinge beim Weiterklettern über den Zacken rausgehoben wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Schlinge verlängern. Das kann das Aushebelrisiko etwas verringern (lieber eine stark verlängerte Schlinge als gar keine!)
  • Schlinge mit mehreren Expressen oder Steinen beschweren oder verklemmen. Dabei muss man aber natürlich aufpassen, dass die Konstruktion bei Belastung nicht dem Nachsteigenden entgegenfliegt.
  • Mit einem Würgeknoten oder einem Sackstich dafür sorgen, dass die Schlinge sich unverrückbar um die Zacke legt. Aber Achtung, Knoten in der Bandschlinge vermindern die Festigkeit um rund die Hälfte, bei den modernen dünnen Dyneema Schlingen sogar noch etwas mehr (besser keine solchen verwenden)!
  • Die Zackenschlinge entgegen der Zugrichtung mit einem Keil, Camalot, etc. verspannen, und so das Aushebeln verhindern.