Sächsische Knoten

Im Prinzip einfach: einfacher oder doppelter Sackstich in ein Seil und fertig ist der Seilkeil.

Bedingt durch die langen Klettertradition, einer rigorosen Kletterethik mit strengem Kletterkodex und weichem Sandstein haben sich in der Sächsischen Schweiz im Osten Deutschlands einzigartige Absicherungstechniken entwickelt, die bei Auswärtigen oft blankes Entsetzten hervorrufen. Es scheint aber irgendwie zu funktionieren – es klettern immer noch Leute in Sachsen. Ohne Knotenschlingen kommt man in Sachsen fast nirgends hoch, denn metallene Tools sind streng verboten, um das weiche Gestein zu schonen. Bei den Knotenschlingen handelt es sich meistens um simple Seilstücke mit einem Sackstich drin, welche wie Keile in Risse gelegt werden. Bei Belastung expandiert der lose geknüpfte Knoten und kann so den Sturz halten. Für grössere Risse muss man aufwändige Affenfäuste knüpfen – das sind ballförmige Knoten mit wohlriechenden, gebrauchten Socken als Knotenkern (frische Socken bringen Unglück!). Alternativ kann man sich auch dicke Schiffstaue besorgen und mit dem Sackstichprinzip weiterfahren.

Eine weitere Sächsische Eigenheit sind die Fusselschlingen. Dies sind extra raue Bandschlingen, die über nur leicht hervorstehende Felsköpfe gelegt werden und ansatzweise nach dem Klettverschlussprinzip am Fels haften (sollen). Kein Wunder, ist die Vorsteigermoral der Sachsen legendär und der Rest der Welt ein Haufen Warmduscher.

Wie anwenden?

Am besten einen Kurs besuchen oder zumindest ein Lehrbuch kaufen: Das Buch „Kinderkopf und Affenfaust (2010)“ von Gerald Krug im Geoquest Verlag in Halle (ISBN 978-3000149528) ist auch für Nicht-Sachsen sehr lesenswert!