Klemmkeile

Der perfekte Keil: stabiler Fels, Seiten flächig anliegend

Erst mit dem Aufkommen der Klemmkeile Anfang der 1970er Jahre konnte sich das Clean Climbing überhaupt als eigenständige Kletterform etablieren. Klemmkeile sind passive Sicherungsmittel und werden in Rissen gelegt, welche in Sturzrichtung (meistens nach unten!) zusammenlaufen. Solche Risse muss man aber erst einmal finden. Gut am richtigen Ort gesetzt, halten Klemmkeile auch harte Stürze. Wie bei den Zackenschlingen muss aber aufgepasst werden, dass der Seilzug den Keil nicht aus dem Riss hebelt. Das charakteristische „Pling“, wenn dies geschieht, kennen alle Clean Climber und hat normalerweise aufgestellte Nackenhaare zur folge, insbesondere wenn es der letzte Keil vor der Schlüsselstelle war, in der man gerade hängt.

Ganz kleine Microkeile sind schwierig zu platzieren und halten kaum einen Vorsteigersturz. Ehrlicherweise nimmt man sie gar nicht erst mit, damit man nicht in Versuchung kommt, sie als vollwertige Sicherungsmittel zu gebrauchen.

Wie anwenden?

Klemmkeile können in alle Risse gelegt werden, die sich in Sturzrichtung verengen. Der Fels muss stabil sein, denn bei einem Sturz wirken grosse Kräfte auf die Seitenwände (Sprengkräfte von über einer Tonne!). Keile hinter filigranen Schuppen bringen nichts und führen bei einem Sturz höchstens zu zusätzlichem Steinschlag.

Der Keil sollte flächig aufliegen und bereits in Sturzrichtung platziert und danach gut festgezogen werden, damit er beim Weiterklettern nicht verrutscht. Ist es der letzte Keil vor der schwierigen Schlüsselstelle, kann auch mit leichten Hammerschlägen nachgeholfen werden, was aber eine Fluchtirade des Nachsteigeigenden beim Entfernen provoziert und die Keile schnell altern lässt. Oftmals reicht es, den Keil mit mehren Express oder einer Bandschlinge zu verlängern, um zu verhindern, dass er herausspringt.