Aktuell

24.09.2012

Mehr Sicherheit am Piz Badile

NZZ, 21.9.12.: Sanierungen von klassischen Felsrouten werden in Alpinistenkreisen unterschiedlich beurteilt. Ein Augenschein an der Badile-Kante, deren Sicherheit durch sanfte Eingriffe verbessert wird. Der gesamte Artikel findet sich hier

Kommentar von mountain wilderness:

Liebe Kletterer, Bergführer, Hüttenverantwortliche, Berg-Retter und all jene die wir vergessen haben,

vielen Dank für den Artikel „Mehr Sicherheit am Piz Badile“ in der NZZ vom 21.09.2012 welchen wir von mountain wilderness sehr begrüssen! Die differenzierte Auseinandersetzung mit dem immer wieder zu heissen Diskussionen führenden Thema „Routensanierungen“ ist hier gelungen und mountain wilderness möchte die Chance ergreifen, hierzu Stellung zu nehmen.

Das die sanfte (!) Sanierung der Badile NO-Kante durchdacht und abgesprochen ist und nach einem „Konzept mit definierten Standards“ durchgeführt wird, stellt hier ein grosses Plus dar! Dies ist Voraussetzung für eine breite Akzeptanz und stellt ein zukunftsweisendes Beispiel für weitere Routensanierungen dar!

Das Einrichten von zuverlässigen, den heutigen Standards entsprechenden Standplätzen in hochfrequentierten Routen wie es die Badile NO-Kante ist, halten wir für sinnvoll. (Wobei das im Fall der Badile NO-Kante eher einem sicheren Rückzug als dem Aufstieg dienlich ist, denn wenn man hier von Stand zu Stand klettert kommt man nur schwerlich in einem Tag oben an.) Auch das Setzen von wenigen Bohrhaken an klaren und wichtigen Stellen, welche nicht selber abgesichert werden können, halten wir für sinnvoll. Zusammen mit dem Einrichten einer zusätzlichen Abseilpiste muss aber damit gerechnet werden, das die Attraktivität dieser Route weiter steigt und wahrscheinlich noch mehr Kletterer anziehen wird.

mountain wilderness setzt sich mich seiner Kampagne keepwild! climbs für das Nebeneinander von Plaisir- und Abenteuerrouten ein und wir befürworten sanfte Sanierungen nach Absprache mit Erstbegehern, Lokals und unter Berücksichtigung der regionalen Kletterethik. Allerdings sind wir auch der Meinung, das Können und Wissen Vorrang hat und nicht jeder jede Route klettern können muss. Eine gute Selbsteinschätzung, Ausbildung und Eigenverantwortung stehen an erster Stelle. Und um dies zu erlernen, braucht es auch lohnende keepwild! Routen in tollem Fels – von diesen hat es leider immer weniger.